Bundestrainerin Silvia Neid im Interview!
3. März 2008
Silvia Neid tritt mit der deutschen Frauenfussball-Nationalmannschaft aktuell beim Algarve Cup in Portugal an – vorher hat sie Mister Wong aber noch ein Interview gegeben. Also für alle Fans der deutschen Mannschaft und für alle angehenden Fussballprofis, hier kommt das Interview:
Im Vergleich zum Männerfußball: Gibt es Unterschiede in der Spielweise und im Umgang auf dem Platz? Welche?
Silvia Neid: Nein, der Sport bleibt der gleiche, unabhängig davon, wer ihn spielt. Es gelten die gleichen Regeln und es werden die selben Strategien angewandt. Die Unterschiede sind biologisch bedingt. Die Männer sind einfach athletischer als die Frauen, weil sie mehr Muskelgruppen haben. Das ist aber nichts fußballspezifisches, das ist naturbedingt. Was den Umgang betrifft, so denke ich, dass die Frauen zwar immer körperbetonter spielen, dass es aber weitaus weniger Gelbe oder Rote Karten gibt.
Was braucht der Frauenfußball – wenn überhaupt – damit er irgendwann so etabliert ist wie Männerfußball?
Silvia Neid: Der Männerfußball ist das liebste Kind der Deutschen. Das ist ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Der Männerfußball hat sich in Deutschland in einer über 100-jährigen Geschichte fest etabliert. Den organisierten Frauenfußball gibt es dagegen erst seit 35 Jahren, die Frauen-Nationalmannschaft hat erst vor 25 Jahren ihr erstes Länderspiel bestritten, das ist noch eine verhältnismäßig junge Geschichte. Und dafür haben wir mit dem Frauenfußball hierzulande schon viel erreicht. Es sind fast eine Millionen aktive Frauen und Mädchen in den Vereinen gemeldet. Der Mädchenfußball ist das am stärksten wachsende Segment in der DFB-Mitgliederstatistik – und das schon seit Jahren. Es kommen immer mehr Zuschauer zu unseren Länderspielen in die Stadien, immer häufiger werden unsere Länderspiele live im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen, dort schauen bis zu zwölf Millionen Zuschauer pro Partie zu. Also, ich denke, der Frauenfußball entwickelt sich sehr gut. Und ich hoffe, dass er durch die Weltmeisterschaft 2011 im eigenen Land noch einen weiteren kräftigen Schub erhält. Dennoch hinkt der Vergleich mit dem Männerfußball – das ist und bleibt eine Klasse für sich.
Welchen Rat würde Sie jungen Nachwuchsspielerinnen geben, die eine professionelle Karriere anstreben?
Silvia Neid: Üben, üben, üben. Wichtig ist es, fleißig zu sein, den Willen zu haben, sich weiterzuentwickeln. Dazu braucht man natürlich auch gute Trainer, die einen mit dem nötigen Fachwissen und Augenmaß unterstützen. Gut ist es auch, sich der eigenen Leistung entsprechend einzuordnen, also auch gegen Gegner spielen, die einen fordern. Nur so entwickelt man sich weiter, ansonsten bleibt man stehen.
Welche Ziele hat man eigentlich noch, wenn man als erste Frauenmannschaft den Weltmeistertitel schon zum zweiten Mal hintereinander geholt hat – 2007 sogar ohne Gegentore?!
Silvia Neid: Jedes Turnier ist eine neue Herausforderung. Da zählen dann die Titel, die man in der Vergangenheit gewonnen hat auch nicht. Im Gegenteil, sie sind eher eine Motivation für die Gegner. Es ist schon etwas dran an der Aussage, dass es schwierig ist, nach oben zu kommen, aber noch einmal um so schwieriger oben zu bleiben. Und im Frauenfußball haben wir die schöne Situation, dass man fast in jedem Jahr vor einer großen Aufgabe steht. In diesem Jahr wollen wir uns bei den Olympischen Spielen in Peking beweisen und eine Medaille holen. Nächstes Jahr findet die Europameisterschaft in Finnland statt, dort wollen wir als Titelverteidiger natürlich dabei sein. Und dann ist ja auch schon die Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland in Blickweite – und eine WM im eigenen Land ist das Highlight einer jeden Sportlerin. An Zielen mangelt es uns also nicht.
>> Die Lieblingswebseiten von Silvia Neid gibt es im Spotlight von Mister Wong – hier schauen.
Sportliche Grüße & Wong the Web!!



Am 3. März 2008 um 17:28 Uhr
Ich finde dass beim Frauenfussball viel geleistet wird und wünsche somit der ganzen Mannschaft alles Gute! mfg
Am 8. März 2008 um 03:33 Uhr
Ohne hier den Schleimer zu makieren, aber der Frauen-Fußball ist wirklich sehr gut! Wird nicht so viel gefault, wie bei den Männern, obwohl die “Mädels” auch nicht gerade Ohne sind…
Mit Dänemark war’s etwas müde, aber schließlich ist man auch nicht immer Top-Drauf.
Ich wünsche Euch Frauen auf jeden Fall viel Erfolg weiterhin! Den Männern steht Ihr in nichts nach!
Bleibt zu hoffen, das die Sport”experten” Euch noch mehr wahrnehmen; da wird viel zu wenig Bericht erstattet.
Viel Glück!
Am 1. Oktober 2008 um 00:16 Uhr
Ich finde, Frauenfußball ist wenig verschieden zum Männerfußball, vielleicht etwas überlegter. Ich wünsche Euch Frauen ebenfalls weiterhin besten Erfolg!
Am 14. Oktober 2008 um 09:57 Uhr
Im Gegensatz zum Männerfußball findet man bei den Frauen nicht den Größenwahnsinn der einzelnen Spieler – eben dieser ist bei den Männern unerträglich geworden.
Der Frauenfußball ist noch richtiger Sport und nicht das große Geschäft – hoffentlich bleibt das noch lange Zeit so.
Am 5. November 2008 um 11:28 Uhr
Im Gegensatz zum Männerfußball findet man bei den Frauen nicht den Größenwahnsinn der einzelnen Spieler – eben dieser ist bei den Männern unerträglich geworden.
Am 5. November 2008 um 18:07 Uhr
Der Frauenfußball ist noch richtiger Sport und nicht das große Geschäft – hoffentlich bleibt das noch lange Zeit so.
Am 29. März 2010 um 11:58 Uhr
es ist toll sich durchgestzt haben um den Pokal zubekommen.
sie haben die Frauen sehr gut und trainiert. Segen der Mühe.
Am 29. März 2010 um 14:56 Uhr
Naja, ich denke, dass auch hier ein wenig Geschäft nicht schlecht wäre. Die Frauen trainieren auch sehr viel und bekommen dadurch kaum etwas, obwohl sie wirklich sehr gut spielen können. Natürlich ist das Spiel nicht so schnell wie bei den Männern, aber es ist trotzdem toll zuzuschauen.