Interview mit Markus Beckedahl zur re:publica
20. März 2008Das diesjährige Motto der re:publica lautet „Die kritische Masse“. Wie zieht sich dieses Motto durch die Konferenz, welche Diskussionen wollt ihr anstoßen?
“Die kritische Masse” steht für verschiedene Seiten des gleichen Komplexes: Das Internet und neue Kommunikationsformen werden immer mehr in das Leben der Menschen integriert. Web 2.0-Anwendungen entwickeln sich zu Selbstläufern. Und zum anderen steht auch die Fähigkeit der Masse zur Kritik im Zentrum des dreitägigen Events. Wir wollen mit der re:publica wichtige Fragestellungen einer sich entwickelnden digitalen Gesellschaft aufgreifen: Wem gehören unsere Daten? Wie entwickelt sich Kultur und Kommunikation weiter? Wie verändert das Netz Politik und Wirtschaft?
Dieses Jahr gibt es eine Subkonferenz zum Thema „Video-Blogs“, ihr stellt dabei die Frage ob Videopodcasts das neue Oberschichtenfernsehen sein können. Was erwartet die Gäste hier?
Die Subkonferenz zum Thema Video-Blogs führen wir in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung durch. In Panel-Diskussionen und Workshops werden wir unterschiedliche Fragestellungen in ihren verschiedenen Facetten behandeln: Welche Motivation haben Video-Blogger? Verändert Video die politische Kommunikation im Netz? Was ist öffentlich-rechtlich im digitalen Zeitalter und ist die neue Internetstrategie der ARD überhaupt noch zeitgemäss? Wie schaffen OpenSource Communities das Fernsehen der Zukunft? Was passiert in anderen Ländern, wenn die Zuschauer zu Video-Produzenten werden? Braucht es für Watchblogs ähnliche Fördermöglichkeiten wie für Dokumentarfilme?
Welchen Einfluss hat die re:publica auf die Webszene?
Die re:publica bietet einen physischen Ort, wo mehr als 800 Menschen zusammen kommen, die sich den Rest des Jahres virtuell in ihren Blogs und sozialen Medien treffen. Und die sich teilweise noch nie im realen Leben begegnet sind. Drei Tage lang kann man gemeinsam diskutieren, feiern und sich über neue Trends und Erfahrungen austauschen.
Die re:publica08 ist zu Ende. Deine fünf wichtigsten Aktivitäten am nächsten Morgen:
Endlich wieder ausschlafen, die vielen Eindrücke und Gespräche verarbeiten, das Feedback lesen, wieder ausführlich RSS-Reader lesen und überlegen, was wir im kommenden Jahr optimieren und verbessern können.
Danke für das Interview!
wong the web!

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Am 21. März 2008 um 15:43 Uhr
Auch ich habe die re:publica mit Spannung mitverfolgt. Die Trends entsprechen direkt einer vollständigen Virtualisierung und medialen Vernetzung wie wir Sie seit einigen Jahren beobachten. Interessant wird insbesondere deren Effekt auf den ländlichen Raum und der dort auch im Sportumfeld wichtigen Möglicheit eines barrierefreien Zugangs zu aktuellen digitalen Contents.
Am 22. März 2008 um 16:15 Uhr
Insbesondere am ländlichen Raum geht die mediale Vernetzung weitgehend vorbei. Web 2.0 bietet eine Vielzahl von neuen interessanten Anwendungen, die sich ohne eine Breitbandverbindung nicht wirklich nutzen lassen. Der ländliche Raum wird vielfach mit einer norddeutschen Tiefebene gleichgesetzt, wo zumindest Funknetzwerke Abhilfe schaffen können, die weitaus größere Fläche bei schlechterer bis keiner Versorgung bieten jedoch die Deutschen Mittelgebirge. Mit Web 2.0 Anwendungen explodieren die Dateigrößen und damit auch die Ladezeiten. In Bezug auf Zugang und die Nutzung digitaler Medien ist eine Zweiklassengesellschaft in Deutschland bittere Realität.